Der Japanspitz
NIHON SUPITTSU
[Herkunft][Vgl.Dt.Spitz][Europ. Zucht][Wesen][Dt.Zucht][Fehler][Standard]
Der nichtlärmende asiatische Spitz
Ein Rasseporträt von Annelie Feder



Geschichte [zurück]

Über die Abstammung des Japanspitzes gibt es verschiedene Theorien. Im Standard wird auf die Entstehungsgeschichte kurz eingegangen und der nachfolgende geschichtliche Abriß beschränkt sich im wesentlichen auf diese Version. Man nimmt an, der Japanspitz stamme vom deutschen weißen Großspitz ab und sei 1920 über Sibirien und Nord-Ost-China nach Japan gelangt. In der Folgezeit wurden bis 1936 weiße Spitze aus Kanada, USA, Australien und China importiert und ihre Nachkommen untereinander verkreuzt, um die Rasse zu verbessern. So hat sowohl der russische Spitz (30 - 35 cm) über China-Mandschurei Eingang in die Japanspitzzucht gefunden als auch der etwas größere  Amerikanische Eskimohund (- 40 cm). Auch wenn der kleine fröhliche Japanspitz „wie ein Samojede lächelt“, verwandt mit dem Samojeden ist er nicht.

Vom Japan Kennel Klub wurde 1948 ein einheitlicher Standard aufgestellt, der heute in der überarbeiteten  Fassung von 1987 gültig ist. Der erste registriere Japanspitz mit Namen Hakuryo wurde am 6. August 1947 geboren. Die Rasse war in den 50-er Jahren überaus beliebt und die Zucht erfolgreich, jährlich wurden fast 4500 Welpen registriert. Mit dem wirtschaftlichen und industriellem Aufschwung in den nachfolgenden Jahrzehnten verlor der Japanspitz jedoch seine Anziehungskraft - er wurde als Wächter von Hab und Gut nicht mehr gebraucht und in den Großstädten war kein Platz für ihn.  Die Zucht erlitt einen schweren Rückschlag und in den 70-er Jahren wurden weniger als 500 Welpen registriert  Erst als der Japanspitz als Gesellschaftshund und als „Begleiter“ seines Menschen „wiederentdeckt“ wurde, konnte sich der Bestand erholen und steht heute als beliebte und aufstrebende Hunderasse mit 1784  bzw. mit 2059 eingetragenen Welpen in den Jahren 1994 bzw. 1995 auf Rang 23 des Japan Kennel Klubs.

In seinem Heimatland wird der "Nihon Supittsu“ vom Japan Kennel Club/FCI und der Nippon Spitz Association, gegründet 1959, betreut.
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Der Japanspitz und der deutsche weiße Mittelspitz [zurück]

Der Spitz ist zwar eine der ältesten Hunderassen, hatte es aber schwer sich als anerkannte Rasse durchzusetzen. Während in Deutschland der weiße Mittelspitz als eigenständige Rasse bis in die 70er Jahre nicht anerkannt war, obwohl es ihn immer gab, füllten die Japaner diese Größenlücke durch die Zucht des Japanspitzes aus. So ist heute der Japanspitz die zeitlich länger durchgezüchtete Rasse, während die planmäßige Zucht des deutschen weißen Mittelspitzes im Anfang zum Teil auf zu großen Kleinspitzen und registrierten  -papierlosen-  Spitzen passender Größe beruhte.

Die Unterschiede zwischen dem Japanspitz und dem Deutschen  Mittelspitz sind gering. Im Standard gilt für den Japanspitz ein Verhältnis von der Körperhöhe zu Körperlänge von 10:11, während für den Deutschen Mittelspitz ein quadratischer Körperbau verlangt wird. In England sind Körperverhältnisse von 8:10 häufig und damit fällt der Japanspitz sofort als rechteckig auf. Weitere kleine Unterschiede  liegen  in Kopfform, Stop, Fang und Ohren. Den Japanspitz gibt es nur in der Farbe Reinweiß, alle anderen Farben werden nicht toleriert.  Deutsche Spitze sind bellfreudige Hunde, was allerdings von einigen Züchtern bestritten wird. Vom Japanspitz wird gesagt, er sei weit weniger mißtrauisch und auch erheblich weniger bellfreudig als sein deutscher Kollege. Im Standard des Japanspitzes ist denn auch festgeschrieben: „Darf keinen Lärm machen“.

Das Jagdverhalten wird unterschiedlich angegeben. So soll der Deutsche Spitz nicht jagen, was nachweislich so allgemein nicht stimmt, wohingegen dem Japanspitz durchaus ein Jagdtrieb bescheinigt wird, was wiederum die englischen Züchter bestreiten. Die bisher nach Deutschland importierten Tiere jagen durchaus einer sich bewegenden Beute auf Sicht hinterher, aber der Jagdausflug ist nur kurz und Fährten werden nicht aufgenommen.
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Beginn seiner Verbreitung in Europa [zurück]

1973 entdeckten die Europäer diese liebenswerte Hunderasse für sich und haben inzwischen ein beachtliches Zuchtpotential entwickelt. Die Schweden importierten Andoleasson of Golden Meadow und Götter Mahls Shan Shan, die ersten Japanspitze in Europa. Weitere Japanspitze aus den verschiedensten Blutlinien  folgten und Namen wie Daniel of Rose GardenAlice und Adela of Amagi und White Joanna of Moon Light sowie Hawk und Hover of Kagetsuland treten in den Ahnentafeln der europäischen Japanspitze immer wieder auf. Insgesamt haben die bahnbrechenden Schweden zwischen 1973 und 1986  24 Japanspitze aus Japan importiert. Finnland hat sich aus diesen Linien sehr bald „bedient“.

1976 wurden die ersten zwei Japanspitze Alvretens Jicho und Richiigi of Norsken von Schweden nach England exportiert und bis 1984 folgten 12 weitere Zuchttiere. In Europa blieb die Verbreitung im wesentlichen auf Skandinavien und England beschränkt, aber dort entwickelte sich die Zucht auf hohem Niveau.

Anzahl der registrierten Welpen 1995: Schweden = 204, Finnland = 291, England= 124.

In den anderen europäischen Ländern ist es einzelnen Züchtern zu verdanken, daß die Rasse überhaupt weiter bekannt wurde. In Dänemark  tauchten die ersten Japanspitze um 1980 auf und die Zuchtbasis wurde durch einen Direktimport aus Japan  Take Oh of Yokohama Takada ergänzt. Aus Dänemark und England reisten 1986 einige Tiere nach Holland und Österreich.

In Italien wurden durch einen engagierten Liebhaber dieser Rasse 1985 zwei Japanspitze aus Japan importiert. Während die Hündin leider mit 8 Monaten verstarb, hatte der Rüde Take-Maru of Yokohama Takada, ein Bruder von Take-Oh mit der 1987 neu importierten Hündin Fujiko of White Kodamasow 1989 den ersten Wurf in Italien. Auch aus der Schweiz und Luxemburg sind einzelne Züchter bekannt, aber insgesamt blieben diese Zuchtversuche Einzelfälle und der Japanspitz damit weiterhin eine Rarität außerhalb von Skandinavien und England.

Verbreitung in Deutschland

In Deutschland erwarb Familie Zapf aus Österreich und Holland je einen Welpen und der erste Wurf im Zwinger "von der Böhmerwies’n" fiel am 28.09.1990,  doch weil die Rasse weitgehend unbekannt war, fanden sich für den einen Welpen nur schwer Liebhaber. Außerdem suchte Familie Zapf nach einem betreuenden Verein für diese Rasse, nahm verschiedene Gespräche mit diversen Rassehundezuchtklubs auf und fühlte sich beim Verein für Deutsche Spitze e.V. am besten betreut, obwohl die Zucht eines asiatischen Spitzes in einem Verein für Deutsche Spitze durchaus als exotisch betrachtet werden darf. Aber Kompetenz, freundliches Miteinander und Engagement geben der Japanspitzzucht heute eine stabile Basis unter diesem Dach.

Der Japanspitz wurde in Deutschland etwas bekannter, als der Japan Kennel Klub im Rahmen der VDH-Bundessiegerzuchtschau 1993 in Dortmund eine Spezialausstellung für japanische Hunderassen durchführte. So fanden die Welpen aus dem 2. Wurf im Jahre 1994 aus dem Zwinger "von der kleinen Blaike" schnell ihre Liebhaber, gezüchtet wurde mit einer Importhündin aus Finnland, Thomdy Dom’s Little Mermaid und die Zucht 1995 durch eine weitere Importhündin Thomdy Dom’s Yumica im Zwinger "vom Siegerland" unterstützt. 1996 wurden  zum ersten mal 3 Würfe ins deutsche Zuchtbuch eingetragen und die erste deutsche Nachzucht wird in den nächsten Jahren die Japanspitzzucht unterstützen. Laufend kommen weitere Importtiere hinzu.
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Verwendung [zurück]

Der Japanspitz ist ein anhänglicher Familienbegleithund, der ständig die Nähe seines Menschen sucht. Da er sehr aufmerksam ist und mit einem scharfen Gehör ausgestattet, eignet er sich hervorragend als Wächter von Haus und Hof. Weil der Japanspitz nicht lärmt oder grundlos bellt, ist er sowohl im Haus als auch in der Etagenwohnung problemlos zu halten. Er ist ein aufgeweckter, kluger und auch sehr flinker Hund, der bei Gehorsamsprüfungen oder Agility durchaus vordere Plätze erreichen kann. Lange Spaziergänge und viel Beschäftigung machen ihn froh, als Stubenhocker würde er verkümmern. Dem Japanspitz fehlt der typische Hundegeruch.

Verhalten und Charakter

Was macht den kleinen Asiaten so beliebt? Der Japanspitz ist von grundauf eine Frohnatur. Lebhaft und bisweilen sehr temperamentvoll, besonders in der Jugendzeit, ist er immer zu einem Spielchen aufgelegt, verhält sich im Hause jedoch ruhig und gehorsam. Seine Lernfähigkeit ist erstaunlich, schnell begreift er, was von ihm gefordert wird. Da er von Natur aus das Bestreben hat, seinem Menschen zu gefallen, bringt seine Erziehung keine Schwierigkeiten  mit sich, wenn sie bereits beim Welpen spielerisch, einfühlsam aber mit Konsequenz einsetzt.

Durch seine große Verträglichkeit gibt es mit anderen, auch größeren Hunden keine Probleme. Das heißt aber nicht, daß der Japanspitz nicht auch seine Meinung deutlich vertritt, denn er ist ein selbstbewußter Hund mit intaktem Verhaltensinventar und mutig dazu.

Der Japanspitz ist unkompliziert im Wesen und deshalb auch für Anfänger leicht zu halten. Er sucht die Nähe seines Menschen, bleibt bei ihm und legt auch schon mal gern ein Schmusestündchen ein. Auch wenn er ungern alleine bleibt, kann man ihn mit nötiger Konsequenz und Einfühlungsvermögen daran gewöhnen. Lieber allerdings begleitet er seinen zweibeinigen Partner ins Büro und sonst überall hin. Fremden gegenüber ist der Japanspitz als erwachsener Hund zunächst etwas zurückhaltend, schließt jedoch sehr schnell Freundschaft. Er ist seinem Menschen ein anhänglicher Freund liebt aber auch seine ganze Familie, den Kindern ist er ein fröhlicher Spielkamarad, darf jedoch nicht als Spielzeug mißverstanden werden.

Erscheinung

Mit seinem langen, reinweißen, abstehenden Fell ist der Japanspitz eine Augenweide. Das dichte Haarkleid macht ihn kälteunempfindlich, das Fell ist stark schmutzabweisend und damit pflegeleicht, seine Gesundheit robust. Die schwarzen mandelförmigen, leicht schräg eingesetzten Augen -einer Ginkgo-Nuß ähnlich-  erinnern an seine asiatische Herkunft. Die Ohren sind klein, dreieckig, der Fang ist spitz, die Rute hoch angesetzt und wird fest über dem Rücken getragen. Die Konstitution ist kräftig. Seine Schönheit, von Harmonie und Eleganz geprägt, entspricht dem aufgeweckten und würdevollen Charakter der Rasse.

Die Größe des Japanspitzes kann durchaus etwas unterschiedlich sein. Früher zulässige Größen  - 40 cm wurden durch den neuen FCI-Standard auf maximal 38 cm begrenzt, um die Rasse zu vereinheitlichen. Im englischen Standard ist das Maximum gar auf 36 cm herabgesetzt. Die untere Grenze von 30 cm blieb jedoch im Laufe der Zeit immer unverändert.
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Zucht [zurück]

Durch die  freundliche Mithilfe der  Züchter aus dem europäischen Ausland sowie aufgrund der Informationen aus den Spezialzuchtklubs für Japanspitze ist es gelungen, viele Informationen zusammenzutragen.  Wir stehen in Deutschland noch am Anfang der züchterischen Bemühungen um den Japanspitz. Das ist eine enorme Chance, gleich zu Beginn alle vorhandenen Japanspitze in einem computerunterstütztem Zuchtprogramm zu erfassen und damit einer vernünftigen Zuchtwertschätzung und Inzuchtberechnung zugänglich zu machen. Der Aufbau der Datenbank ist bereits jetzt für die drei deutschen Züchter von großem Vorteil, können wir doch durch Vorausberechnungen gezielt Paarungen vornehmen, um Inzucht zu vermeiden und einen guten Zuchtstamm aufzubauen. In anderen Rassezuchtvereinen sind Datenbanken und Zuchtprogramme schon lange wichtige Hilfsmittel bei Erbfehlerbekämpfung und Zuchtwertschätzung. Im Verein für Deutsche Spitze machen wir diese Pionierarbeit für den Japanspitz.

Das Zuchtverwendungsalter beginnt für Rüden mit 14 Monaten und ist altersmäßig unbeschränkt. Für Hündinnen kann die Zucht mit 15 Monaten beginnen und endet mit Vollendung des 8. Lebensjahres. Der Japanspitz wird zur Zucht zugelassen, wenn er auf einer VDH-Zuchtschau von einem VDH-Spezialzuchtrichter für Deutsche Spitze und Japanspitze mindestens mit „Gut“ bewertet wird. Bei dieser Regelung bleibt unverständlich, warum das Urteil japanischer, englischer und skandinavischer Richter nicht zählt, obwohl sie mit Sicherheit viel mehr Japanspitze beurteilt haben als ihre deutschen Kollegen. Das aber anders zu regeln ist nicht in die Beliebigkeit des Vereins für Deutsche Spitze gestellt, sondern unterliegt den Regeln des VDH-Dachverbandes.

Für eine zuchtzugelassene Japanspitzhündin gibt es in Deutschland zur Zeit nur wenige passende Deckrüden, weite Reisen und viele Fahrtkilometer sind für den Hündinnenbesitzer noch die Regel. Hat man den passenden Rüden gefunden und präsentiert ihm die Hündin zum richtigen Deckzeitpunkt, paaren sich die Tiere innerhalb kurzer Zeit freiwillig ohne menschliche Nachhilfe wie es einer robusten natürlichen Hunderasse entspricht.

Bei der Rüdenauswahl darf man sich nicht beeindrucken lassen von der Vielzahl von Championtitel. Titel sind leicht zu erringen, weil die Konkurrenz auf deutschen Zuchtschauen gering ist. Der hochprämierte Schönheitschampion ist nicht immer der beste Zuchtrüde. In manchen Familien leben Japanspitze von hoher Qualität, die aber niemand kennt, weil ihre Besitzer dem Ausstellungswesen skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen. Diese Tiere wären für die Zucht ein Gewinn, könnte man die Besitzer überrreden, doch wenigstens einmal ihren Japanspitz einem Richter auf einer VDH-Ausstellung oder Spezialzuchtschau vorzustellen.

Die Trächtigkeit und Geburt der Welpen verläuft meist völlig problemlos, in der Regel werden 2-4 Welpen geboren, (aber auch 6-er und 7-er Würfe sind möglich). Diese werden von der Mutterhündin ausreichend mit Muttermilch versorgt und hingebungsvoll gepflegt. Wer das Glück hat, Geburt und Welpenaufzucht zu erleben, ist tief beeindruckt von dem instinktsicheren Verhalten der Mutterhündin mit ihren Welpen.
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Krankheiten [zurück]

Es gibt einige Fälle von Patellarluxation, aber keine Japanspitze, die deswegen operiert werden mußten. Damit die Rasse weiterhin gesund bleibt, sollten nur Tiere mit PL 0/1 zur Zucht verwendet werden.

Gelegentlich kann es vorkommen, daß Japanspitze zeitweise Tränenprobleme mit ihren Augen haben, das ist keine Krankheit, sondern eine Überempfindlichkeit gegenüber Schmutz, Staub, Wind und Zug, aber die über den Augenrand fließende Tränenflüssigkeit verfärbt das reinweiße Fell  rötlich; ändern sich die Umweltbedingungen, vergeht diese Erscheinung rasch wieder. In diesem Fall stellen die tränenden Augen mehr ein ästhetisches Problem dar, weil die Fellverfärbung die Schönheit des Hundes beeinträchtigt.

Anders verhält es sich bei der Distichiasis. Die Distichien oder auch fehlgestellten Wimpern können zu Reizungen des Auges und somit zum ständigen Tränenfluß führen. Hierbei handelt es sich um eine Erbkrankheit, die nur züchterisch bekämpft werden kann. Auch verengte Tränenkanäle kommen vor. deshalb lassen immer mehr Züchter ihre Hunde ophthalmologisch auf vererbliche Augenkrankheiten untersuchen. Diese Vorsorgemaßnahme wird auf freiwilliger Basis durchgeführt.

Nach einer Bindehautentzündung kann es zu Ablagerungen im Tränenkanal kommen, durch diese Verstopfung kann es ebenfalls zu überlaufender Tränenflüssigkeit kommen.

Zahnfehler kommen vor und werden in den verschiedenen Ländern unterschiedlich bewertet, schwere Defekte wie Vorbiß/Rückbiß werden jedoch von der Zucht ausgeschlossen.

Ausblick

Die Japanspitzzüchter in Deutschland sehen ihre Aufgabe darin, diese liebenswerte Rasse bekannt zu machen und zu fördern sowie deren Gesundheit und Langlebigkeit zu erhalten.

Weiterführende Literatur
Marco Piasentin: The japanese Spitz  ( englisch )
Marie-Paule Daniels-Moulin: Les Chiens Japonais  (französisch )


 

Anfang]
Und so wird die Rasse im Fachjargon beschrieben:



FCI-Standard Japan-Spitz
(Nihon Supittsu)
FCI -Standard Nr. 262/15.4.1992/D
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Ursprung: Japan
Datum der Publikation des gültigen Standards: 1987
Verwendung: Begleithund
Klassifikation FCI: Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 5: Asiatische Spitze und verwandte Rassen

Kurzer, geschichtlicher Abriss: Man nimmt an, der Japanspitz stamme vom weißen, deutschen Großspitz ab und sei um 1920 über Sibirien und Nord-Ost-China nach Japan gelangt. Um das Jahr 1921 wurde die Rasse erstmals auf einer Hundeausstellung in Tokio vorgeführt.
In der Folge wurden zwei Paare weißer Großspitze aus Kanada eingeführt und bis 1936 wurden regelmäßig weitere solche Hunde aus Kanada, USA, Australien und China importiert. Ihre Nachkommen wurden untereinander gekreuzt um die Rasse zu verbessern.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1948 vom Japanischen Kennel Club ein einheitlicher Standard aufgestellt; dieser war bis zur vorliegenden Neufassung gültig.

Allgemeines Erscheinungsbild: Ein Hund mit üppigem, reinweißem Haarkleid, einem spitzen Fang und dreieckigen, aufrecht getragenen Ohren. Die Fahnenrute wird auf dem Rücken getragen. Seine Konstitution ist kräftig und seine Proportionen insgesamt ausgewogen. Seine Schönheit, von Harmonie und Eleganz geprägt, entspricht dem aufgeweckten und würdevollen Charakter dieser Rasse.
Wichtige Maßverhältnisse: Das Verhältnis von Widerristhöhe zur Körperlänge beträgt 10:11.
Verhalten und Charakter (Wesen): Klug, fröhlich, aufgeweckt; darf keinen Lärm machen.
Kopf: Größe in Harmonie zum Körper mäßig breit und rund
Oberkopf:
Schädel: Hinterer Teil des Schädels am breitesten
Stop: Gut ausgeprägt
Gesichtsschädel:
Nase: Klein, rund und schwarz
Fang: Spitz zulaufend, Fangende leicht und harmonisch abgerundet. Lefzen gut anliegend, vorzugsweise schwarz
Gebiß: Scherengebiß mit kräftigen weißen Zähnen
Augen: Mäßig groß und mandelförmig, leicht schräg eingesetzt, von dunkler Farbe, Lidränder schwarz pigmentiert
Ohren: Hoch angesetzt, klein, dreieckig, aufrecht getragen, nach vorne gewendet und nicht zu weit auseinander stehend
Hals: mäßig lang, Muskulatur gut entwickelt
Körper:
Widerrist: Hoch
Rücken: Gerade und Kurz
Lenden: Breit
Brust: Weit und tief, Rippen gut gewölbt
Bauch: Gut aufgezogen
Rute: Hoch angesetzt, mäßig lang, über dem Rücken getragen
Gliedmaßen:
Vorderhand: Schultern gut schräg liegend, Unterarme gerade, Ellenbogen dicht am Körper anliegend
Hinterhand: Muskulös, Knie- und Sprunggelenke mäßig gewinkelt
Pfoten: Katzenpfoten mit dicken Ballen; Ballen und Nägel vorzugsweise schwarz
Gangart: schnell und flink
Haarkleid:
Beschaffenheit des Haares: Deckhaar gerade und abstehend. Unterwolle kurz weich und dicht. An Gesicht, Ohren, Vorderseite der Unterarme und unterhalb der Sprunggelenke ist das Haar kurz; der Rest ist üppig und lang behaart. Hals, schulter und Vorderbrust zeichnen sich durch eine sehr schöne Krause aus. Die Rute hat eine lange, üppige Fahne.
Farbe des Haares: Reinweiß
Größe: Widerristhöhe für Rüden 30-38 cm, Hündinnen etwas kleiner als Rüden
Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollen als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Ausgesprochener Vor- und Rückbiß; deutliche Ringelrute; scheue und lärmende Hunde.
Ausschließende Fehler: Hängende Ohren; Rute nicht über dem Rücken getragen.
N.B.: Rüden sollen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.
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