Der Japanspitz
NIHON SUPITTSU
Die Rheinische Post schrieb am 21.06.1997:


 
Der Spieltrieb hat die zu diesem Zeitpunkt etwa fünf Wochen alten Japanspitz-Welpen dazu veranlaßt, eine Wochenendausgabe der Rheinischen Post im Körbchen zu "bearbeiten". Foto A.Feder

Annelie Feder aus Kervenheim ist eine von drei Züchtern in Deutschland

Japanspitz - eine schneeweiße Frohnatur aus dem fernen Asien

Von STEFAN KRIEGEL

KERVENHEIM. Mitte Juni ist es eigentlich zu heiß, um noch Schneebälle auf dem Rasen zu finden. Doch wenn man näher hinschaut, bewegen sich die Bälle sogar. Es sind die gerade zehn Wochen alten Welpen von Annelie Feder aus Kervenheim. Die Frau eines Richters züchtet in der Abgeschiedenheit dieser Kevelaerer Ortschaft eine seltene Hunderasse: den Japanspitz. In ganz Deutschland gibt es nur drei Züchter dieser Rasse.
     [..] Vom Hundegegner, der sich oft über Hundekot an den Schuhen der Kinder ärgerte, entwickelte sich die Mutter von zwei Töchtern, die sich mittlerweile im Studium befinden, zu einem echten Hundefan. Vor fast 13 Jahren kam Annelie Feder an den Niederrhein. Ihre Hundeleidenschaft begann mit zwei Eurasier-Hündinnen. Mit ihnen baute sie ihre erste Zucht auf.

Nur sechs Würfe

     Fantin, so lautet der Name ihrer Japanspitz-Hündin. Zwischen 1990, als der erste Wurf Japanspitze in Deutschland auf die Welt kam, und 1997 wurden insgesamt sechs Würfe registriert, davon drei von Annelie Feder aus Kervenheim. "Fantin kam 1992 aus Finnland", erzählte sie der Rheinischen Post. "Die weite Reise auf der Fähre und im Auto überstand sie problemlos. Zwei Jahre später erblickte ihr erster Wurf das Licht der Welt. "Die Rasse ist hier nahezu unbekannt. Deshalb war es sehr schwierig, einen passenden Deckrüden zu finden. Weite Reisen sind angesagt. Der erste richtige Deckrüde stand in Luxemburg", berichtet die Spitz-Züchterin.
     Der Japanspitz wird verbandsmäßig von einem urdeutschen Verein betreut: dem Verein für Deutsche Spitze, Rassehundezuchtklub im Verband für deutsches Hundewesen (VDH). In diesem Verein ist die ehemalige Hundegegnerin mittlerweile Rassebeauftragte für den Japanspitz.
     In dieser Funktion hat sie auch schon einige Veröffentlichungen über den in Deutschland noch weitgehend unbekannten Japanspitz herausgegeben. Von einer finnischen Züchterin zitierte Annelie Feder die Aussage: eine Frohnatur aus Asien. Treffender könnte man den Japanspitz kaum beschreiben. Er sei klug und aufgeweckt sowie dem Menschen gegenüber sofort ein anhänglicher Freund. Außerdem sei er lebhaft und bisweilen sehr temperamentvoll, immer zu einem Spielchen aufgelegt. Er freue sich über lange Spaziergänge.

Keine Erziehungsprobleme

     Erziehungsprobleme gibt es nach Aussage der Kervenheimer Züchterin nicht. Die Hunde benötigen zwar immer ausreichenden Auslauf, sind wegen ihrer geringen Größe -30 bis 38 Zentimeter, die Hündinnen etwas kleiner als die Rüden- gut in einer Mietwohnung zu halten. Annelie Feder kann als Fachfrau noch eine Menge über diese intelligenten, schneeweißen Hunde berichten. Interessenten können sich bei ihr in Kervenheim melden.